DULSV-Verbandstreffen 2010

Bad-Sobernheim/Domberg

Das alljährliche DULSV-Verbandstreffen mit integrierter Jahreshauptversammlung fand in diesem Jahr in Bad-Sobernheim statt. Gastgeber war damit bereits zum zweiten Mal der Luftsportverband Rheinland-Pfalz (LSVRP) auf dem Flugplatz Domberg.

Für mich als ULSF-Neuling und frischgebackenem ULSF-Scheininhaber war diese Veranstaltung Neuland. In den ersten Tagen war das Wetter "durchwachsen", weshalb ich mich auch dazu entschieden hatte, erst am Donnerstag nach Bad-Sobernheim zu reisen. Im Nachhinein allerdings eine absolute Fehlentscheidung, denn dadurch hatte ich den Jungfernflug der GFW-3 verpasst. Leider!

Die GFW-3 ist nach langer Zeit endlich wieder einmal eine deutsche Neukonstruktion auf dem UL-Segelflugzeug-Sektor. GFW steht für "Gerhard-Friedrich Wagner", die -3 für seine dritte Flugzeugkonstruktion. Der Jungfernflug wurde von Carl-Otto Weßel durchgeführt, da Gerhard dazu selbst nicht in der Lage war. "Ich war viel zu aufgeregt dafür, das musste einfach ein Fliegerkamerad für mich übernehmen" hat er mir später erzählt. Und Testpilot Carl-Otto war voll des Lobes über die Flugeigenschaften dieses neuen Sterns am deutschen UL-Segelflug-Himmel.

Nachdem der Erstflug der GFW-3 problemlos verlaufen war und Carl-Otto dem Konstrukteur die absolute Unbedenklichkeit attestierte, traute sich Gerhard dann auch selbst ins Cockpit. Man konnte ihm ansehen, dass er schon etwas stolz auf seinen neuesten Wurf war. Zum Erstflug hatte seine Frau die ganze Familie "alarmiert" und alle waren gekommen um das große Ereignis mit zu feiern. Kinder, Schwiegerkinder und die Enkel. Erst am Montag kam die Unbedenklichkeitsbescheinigung und die Freigabe für Erprobungsflüge. Aus diesem Grunde hat das Flugzeug auch noch keine Kennung. Ach ja, die Lackierung fehlt auch noch, denn das hatte Gerhard auch nicht mehr geschafft. Wie man aber eindrucksvoll miterleben konnte, hat dies die Flugeigenschaften in keinster Weise beeinflusst. Einfach toll. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Meisterleistung. Da Gerhard in seinem vorgerückten Alter von 71 Jahren aber keine Lust mehr hat, sich dem Stress einer möglichen Serienfertigung auszusetzen, müsste jetzt ein ULFS-ler gefunden werden, der die GFW-3 zur Serienreife bringt und dieses Meisterstück in Lizenz bauen und vertreiben möchte. Ich denke doch, dass dies auch zu schaffen sein müsste. Es wäre sicherlich ein Drama für die gesamte ULSF-Szene, wenn es beim Prototyp der GFW-3 bleiben würde und wir das Feld der Neuentwicklungen weiterhin anderen Nationen überlassen würden. Ich drücke Gerhard dafür "alle" Daumen.

Ein weiteres Juwel beim Treffen war der ULF-1 von Herbert Stümpel aus Paderborn, der dieses Schmuckstück von 1996 bis 2001 in Eigenleistung gebaut hat. Der "klotzige Kasten" sieht aus, wie "frisch aus dem Laden". 2002 hat Herbert dafür den Oskar Ursinus-Preis erhalten, was man beim Ablick dieser handwerklichen Meisterleistung durchaus verstehen kann. Solche Perfektion muss einfach honoriert werden.

Mit dabei waren außerdem zwei DULSV-Verbands-Banjos, das Banjo des LSVRP, ein weiteres Banjo eines Hamburger Vereins, das aber bedauerlicher Weise bei einer unglücklichen Außenlandung in einem Kornfeld zu Bruch gegangen ist, nachdem sich die Streben im hohen Korn verfingen und die Landung des Banjo abrupt beendet wurde.

Das fünfte Banjo brachte Werner Metzger mit nach Bad-Sobernheim, der in der Vergangenheit ja schon mehrfach im OLC mit größeren Streckenflügen von sich Reden gemacht hatte.

DULSV-Jahrestreffen 2010 Bad-Sobernheim     segelfliegen-magazin 6-2010

GFW-3: Neuer Stern am UL-Segelflughimmel   segelfliegen-magazin 6/2010

Fotogalerie

Weiere Informationen zum UL-Segelflug bei www.ul-segelflug.de


nach oben